Ansicht der Kathedrale von Noyon.
© MCC / DRAC Picardie / service de l'inventaire / Phot. Inv. J.C. Stamm
Mein Name ist Lucia und ich will im Urlaub die „Via Francigena“ erkunden, eine alte Wallfahrtsstraße, die im Mittelalter meinen Heimatort Rom mit vielen wichtigen Kathedralen in ganz Europa verband. Ich weiß, dass die Pilgerstraße über Santiago de Compostela in Nordspanien und viele interessante Orte in Frankreich nach Canterbury in Südengland führte.
Ich werde mit dem Auto unterwegs sein und möchte eine Route durch die interessantesten Gegenden Italiens und Frankreichs planen, auf der ich berühmte und eher unbekannte Kathedralen und Pilgerunterkünfte entdecke. Ich würde gerne mehr über die Symbole und Bedeutungen der historischen Route und über die Architektur und Kunst der Gotik erfahren. Dass es das europäische MICHAEL -Portal gibt, habe ich in einem Zeitungsartikel gelesen. Also habe ich mich entschlossen, einen Blick darauf zu werfen und zu sehen, ob ich Vorschläge und Informationen für meinen Reiseweg finde.
Auf der MICHAEL -Seite habe ich erst einmal mit der einfachen Suche nach dem Begriff „Pilger“ gesucht. Ich fand viele Sammlungen, die in der Form von Webseiten, CD-ROMs, Veröffentlichungen und Datenbanken zugänglich sind. Mit Hilfe der erweiterten Suche konnte ich meine Anfrage genauer fassen, indem ich unter „geografischer Bezug“ „Frankreich“ und unter „Zeitraum“ „13. Jahrhundert“ auswählte. Ich konnte meine Ergebnisse nach dem aktuellsten Eintrag sortieren und festlegen, dass ich zehn Einträge pro Seite sehen wollte.
Tuscania (VT), Lünette des Portals von San Pietro in Tuscia
Alle Rechte vorbehalten (Irene Buonazia, 2006)
Ich sah mir die Sammlung “Cathédrals de Picardie” des „Service Régional de l'Inventaire de France“ an und sicherte das Ergebnis unter „Ihre Auswahl“. Zurück auf der Homepage, klickte ich auf die Europakarte und wählte Frankreich aus. Ich konnte einige interessante Webseiten über die Provence und Burgund finden, auf denen ich Museen und Kirchen entdeckte, die noch die Traditionen von Heiligenverehrung pflegen. Ich fand 21 Sammlungen zur Picardie. Die Einschränkung meiner Suche durch das zusätzliche Kriterium „Regionalgeschichte“ brachte mir einige weniger ergiebige Ergebnisse. Mit dem Thema „Religion“ fand ich jedoch drei interessante Angebote. Das interessanteste war eine virtuelle Führung durch eine Ausstellung mittelalterlicher Reliquien des „Musée du Trésor de la Cathédrale de Amiens“. Ich konnte auch auf die Webseite des Museums gehen und fand dort Informationen zu Öffnungszeiten und Eintrittspreisen - und ich erfuhr sogar, dass dort italienisch sprechende Reiseführer zur Verfügung stehen.
In der Beschreibung zu dem Museum las ich den Ausdruck „Cloisonée Goldschmied“ und beschloss, mich darüber kundig zu machen. Nachdem ich den Begriff in die einfache Suche eingegeben hatte, erhielt ich vier Treffer, aus denen ich eine Sammlung französischer Goldschmiedeobjekte des „Institute Ausonius“ der Universität von Bordeaux auswählte.
Da ich von Rom aus starten werde, suchte ich auch nach italienischen Bauwerken an der Via Francigena, vor allem in der Region Latium. Dieses Mal habe ich mich entschieden, das italienische MICHAEL-Portal zu benutzen. Dort habe ich die Region Latium (Lazio) ausgewählt und meine Suche auf den Zeitraum vom 10. bis zum 14. Jahrhundert eingeschränkt.
Südwestansicht des Turms der Kathedrale von Canterbury, 1890 (Francis Frith)
KCC, Centre for Kentish Studies http://www.hereshistorykent.org.uk/
Ich fand die digitale Sammlung “Censimento dei Santuari Cristiani in Italia” (Bestandsaufnahme der christlichen Heiligtümer in Italien). Ich konnte nach „verwandten physischen Objekten“ suchen, in meinem Fall also nach religiösen Gebäude, und fand in der Ergebnisliste die Basilika St. Peter in Tuscia. Da mir das sehr interessant erschien, habe ich noch einmal in der erweiterten Suche unter „geografischer Bezug“ nach „Tuscia“ gesucht. Dadurch erreichte ich die virtuelle Führung “Romanische Kirchen in Tuscia”, die von der Region Latium angeboten wird. Die Beschreibung erwähnte eine digitale Landkarte, also besuchte ich die Webseite und betrachtete die Kirchen auf dieser Karte. Zusätzlich konnte ich „Naturdenkmäler“ sowie „Spaziergänge durch Natur und Kultur“ ermitteln.
Ich habe festgestellt, dass diese kleine Region voller interessanter und wenig bekannter Baudenkmäler ist und reich an Symbolen und Ikonografie der alten Pilgerstraße. Deshalb habe ich mich entschlossen, den ersten Teil meiner Reise in Latium zu verbringen und dann nach Arles in der Provence und Dijon in Burgund weiterzureisen.
Im nächsten Jahr möchte ich den englischen Abschnitt der Pilgerstraße besuchen. Ich werde sicher auf MICHAEL zurückkommen, um Canterbury und Umgebung zu erkunden.
