Hazelton, British Columbia, 28. Mai 1927
© Laboratoire d'anthropologie sociale, fonds Brunhes Delamarre http://las.ehess.fr/document.php?id=66
Mein Name ist Guy Stuart, ich bin Kurator am Museum für Anthropologie in Vancouver (British Columbia).
Als Kurator bin ich führend auf meinem Gebiet; ich bin 45 Jahre alt und habe an der Universität von British Columbia studiert. Meine Doktorarbeit schrieb ich über das indianische Volk der Haida, das an der nordamerikanischen Pazifikküste lebte. Ich betreue die Haida-Sammlung an meinem Museum und muss im Bereich der Anthropologie und in anderen beruflichen Aufgabenfeldern auf dem Laufenden bleiben.
Ich reise regelmäßig nach Europa, um an Konferenzen teilzunehmen, Vorträge zu halten und mich mit gleichgesinnten Anthropologen zu treffen. Wenn ich in Großbritannien bin, besuche ich immer Museen, um zu sehen, wie die anthropologischen Sammlungen dort präsentiert und gepflegt werden. Natürlich bin ich auch daran interessiert, von Sonder- und Wanderausstellungen zu erfahren, die auch in Kanada gezeigt werden könnten.
Vor meiner letzten Reise nach Großbritannien habe ich das MICHAEL-Portal genutzt, um herauszufinden, womit sich britische Museen im Bereich der Anthropologie beschäftigen und ob sie Exponate über die Haida, das indianische Volk Nordwestamerikas, besitzen.
Auf der Seite http://michael-culture.org ist mir zunächst die linke Navigationsleiste aufgefallen. Sie bietet eine Reihe von Möglichkeiten zur thematischen Suche und außerdem eine Kartensuche – genau das also, was ich brauchte.
Nachdem ich Nordamerika angeklickt hatte, fand ich die „Museumsinitiativen für Open Learning“ des Royal Albert Memorial Museums in Exeter. Das Museum hatte einen Totempfahl in Auftrag gegeben, der von Tim Paul, einem Künstler der Nuu-chah-nulth von Vancouver Island in British Columbia, live im Museum geschnitzt wurde.
Diese Puppe aus Kanada wurde in einer exakten Kopie der Kleidung einer erwachsenen Frau angekleidet. Sie wurde im frühen zwanzigsten Jahrhundert bei den Inuit aufgefunden. (PMR 1918.25.13)
Pitt Rivers Museum, University of Oxford http://www.prm.ox.ac.uk/
Ich finde das eine faszinierende Idee und beschloss, das Museum zu kontaktieren, um mehr über die Reaktionen der Besucher auf diese indianische Tradition zu erfahren. Vielleicht können wir auch bei weiteren Projekten zusammenarbeiten und über Workshops und Interaktion mit den Museumsbesuchern Ideen austauschen.
Außerdem erfuhr ich, dass das „Brighton and Hove“-Museum eine bedeutende Sammlung von Kunst aus der ganzen Welt besitzt. Die Sammlungen aus Afrika, Asien, dem Pazifischen Raum und Nord- und Südamerika können nach thematischen Schlagworten durchsucht werden: Masken, Musikinstrumente, Bilder, Fotografien, Puppen, Textilien oder Waffen. Die Objektbeschreibungen werden mit zusätzlichen Informationen, Bildern und Filmsequenzen angereichert.
Als Anthropologe war ich schon immer vom „Pitt Rivers“-Museum in Oxford begeistert, und durch MICHAEL erfuhr ich von dem hervorragenden virtuellen Rundgang durch das Museum.
Mich interessiert vor allem die Sammlung von Kleidungsstücken und Accessoires aus Nordamerika. Hier finden sich Fellparkas der Inuit, mit Stachelschweinborsten verzierte Lederröcke der Plains-Indianer, bemalte Mäntel aus den nordöstlichen Waldgebieten und eine große Auswahl an verzierten Mokkasins, magische Objekte wie zum Beispiel Amulette, Körperschmuck und anderer Schmuck, Schlösser und Schlüssel sowie Musikinstrumente.
Da ich im nächsten Frühjahr eine Konferenz in Frankreich besuche, war es interessant für mich, durch MICHAEL Näheres über eine Webseite über den französischen Einfluss in Kanada zu erfahren. Eine Suche in der Datenbank ergab mehr als 1.500 Memoiren, Briefe und andere Dokumente über Kontakte zwischen den frühen französischen Siedlern und der einheimischen Bevölkerung.
Ich beschloss, dieser Spur zu folgen und zu überprüfen, ob es noch mehr Archive über französische Siedler in Kanada gibt. Im MICHAEL-Portal fand ich Details über die Seite „Frankreich in Amerika“ und über eine Sammlung von Schwarz-Weiß-Aufnahmen die Jean Brunhes 1927 während seiner Expedition nach British Columbia gemacht hatte.
MICHAEL ist eine großartige Seite – ich werde sie sicher wieder besuchen!
