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Design in Europe

Plastic chairs at Tate Modern
Plastic chairs at Tate Modern

Das Kultbuch des Kunsthistorikers Nikolaus Pevsner von 1936 identifizierte William Morris und die Arts and Crafts Company, die sich der Entwicklung und industriellen Produktion von von Künstlern gestalteten Textilien und anderen Objekten widmete, als Pionier des Industriedesigns.

Die Geschichte des Industriedesigns – Gebrauchskunst, die von Maschinen produziert, aber von Menschen entworfen wird – entwickelte sich in der jüngeren europäischen Geschichte. Das Industriedesign entstand durch das französische, belgische und spanische Art Deco, durch den italienischen, deutschen und österreichischen Funktionalismus und die Schule von Le Corbusier; durch Alvar Aalto, der innovative Techniken mit alter nordischer Holzkunst verband; und unmittelbar vor dem Zweiten Weltkrieg als „Modern Style“ in Europa und eroberte die Welt in den 1950er Jahren. Seitdem durchlief das europäische Design verschiedene Stadien von der ironischen Pop-Revolution (mit ihren hellen farbigen Plastiken) bis zur heutigen Post-Moderne mit einer Mischung aus Minimalismus, ökosozialen Anleihen und exotischer Atmosphäre. Diese Geschichte ist Teil unseres Alltags: Beim Anschalten einer Lampe sehen wir das Enkelkind der Gio Ponti-Lampe; beim Tagträumen in einem Sessel sollten wir Le Corbusier danken und beim Tragen von T-Shirts sind wir Mary Quant verpflichtet.

Reopening of Musée des Arts Decoratifs. Press pack cover

Reopening of Musée des Arts Decoratifs. Press pack cover

Die europäische Design-Tradition wird in vielen Institutionen erkennbar, die sich mit dem Studium und dem Erhalt von „alten“ Design-Objekten befassen.
Diese Lehre ist immer stark verbunden mit Forschung und Bildung sowie der Kommunikation neuer funktionaler Lösungen und stilistischer Trends. Beispielsweise ist die Triennale di Milano, entstanden in den 1930er Jahren, noch immer eine der führenden Ausstellungen der besten Design-Firmen.

Touristen, die sich für industrielles Design interessieren, können in London starten, wo sie beim Gang durch die vielen Abteilungen des Victoria and Albert Museum die Entwicklung des Design vom der ersten Weltausstellung 1851 bis zur Gegenwart sehen können. Die Abteilung für Zeitgenössisches und Design bietet ein einzigartiges Archiv mit Dokumenten von Designern und Ausstellungen, wie das Millenium Festival (1999/2001). Nicht verpassen sollten sie das Design- Museum mit seiner reichen Sammlung und seinen pädagogischen Workshops. Das dazugehörige „Digitale Museum“ bietet thematische Galerien (beispielsweise die Geschichte der Stühle seit 1920) und ein digitales Archiv mit Informationen und Bildern der präsentierten Designer.
Das Museum of Domestic Design & Architecture – MoDA zeigt die Auswirkungen des Designs auf unser Zuhause. MoDA ist ein Teil der Middlesex Universität, die einen Studienraum anbietet, in dem die Archive benutzt werden können, und macht seine digitalen Archive zugänglich unter: http://monet.mdx.ac.uk/
MICHAEL beschreibt verschiedene interessante Design-Sammlungen, beispielsweise die Cheltenham Art Gallery & Museum's Arts & Crafts Movement Collection, eine reiche Sammlung von Schmuck, Keramik und Möbeln aus der „Arts-and-craft“-Bewegung zwischen 1880 und 1900.
Brighton Museum and Art Gallery objects on display ist eine Datenbank des Design des 20. Jahrhunderts und zeitgenössischer Mode, dazu gehören auch internationale Designer wie Salvador Dali und Jean Paul Gautier.

Glass collection

Glass collection

Frankreich kann sich des Musée des Arts Decoratifs rühmen, das an drei Orten Sammlungen von Kunstgewerbe, Werbung, Mode und Textilen unterhält. Es zeigt Objekte aus dem letzten Jahrhundert, insbesondere des Jugendstils. Die Datenbank ermöglicht dem Nutzer einen ersten Blick auf die Reichtümer mithilfe von thematischen Sektionen wie Spielsachen oder Schmuck.

Ein großer Teil des Musée d’Orsay besteht aus einer außergewöhnlichen Holz- und Glas-Produktion des Jugendstil mit Meisterwerken aus ganz Europa. Das „Curator’s Archive“ ermöglicht es dem Nutzer, mit nur wenigen Ausnahmen den Reichtum des Museums zu entdecken.
In Italien ist, neben der bereits erwähnten Triennale, das Museo del Design ein Projekt in Mailand, das sich noch in der Realisierung befindet. Zurzeit legen die Sammlung der Triennale mit ihren 600 Objekten und die Museums-Werkstatt des berühmten Designers Achille Castiglioni als Dauerleihgabe Zeugnis ab von experimentellen Neuerungen und Techniken. Die Triennale beherbergt „Material ConneXion“, das Dokumentationszentrum für innovative Materialien im Industriedesign. In jüngerer Zeit sind Firmenmuseen in Italien ein häufiges und verbreitetes Phänomen. Diese Museen werden gegründet, um die Geschichte einer einzelnen Marke darzustellen. Beispielsweise ist das Museo Piaggio in Pontedera für die Vespa bestimmt, den berühmten Motorroller, der in den 1950er Jahren designt wurde und immer noch ein Symbol des italienischen unbeschwerten Lebensstils ist. Das Museo Salvatore Ferragamo in Florenz stellt italienische Schuhe aus, für die die Firma berühmt ist, und zeigt Ausstellungen über Mode und Mode-Gurus.

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